Erfahrungsbericht Praktikum

Da es letztes Jahr für mich nicht geklappt hat, einen Ausbildungsplatz zu finden, dachte ich mir, ich überbrücke die Zeit bis zur nächsten Bewerbungsphase sinnvoll. Deshalb habe ich mich durch diverse Buchhandlungen gefragt und zwei Zusagen bekommen, jeweils ein zweimonatiges Praktikum zu absolvieren.

Um objektiv zu bleiben, werde ich die Buchhandlungen nicht namentlich nennen.

Ende August war es so weit. Buchhandlung 1 hat ihre Tore für mich geöffent. Anfangs fiel es mir etwas schwer, mich in das Ganze hineinzufinden, da das alles noch neu für mich war. In den ersten Tagen war mein Aufgabenbereich auf den Wareneingang beschränkt. Je weiter die Zeit voran schritt, desto mehr Aufgaben wurden mir zuteil. Neben dem einräumen und sortieren der Regale durfte ich auch das Schaufenster dekorieren, Kunden beraten und kassieren. Ende Oktober war dann die Zeit gekommen, auf wiedersehen zu sagen.

Bei Buchhandlung 2 sah das ganz anders aus. Zu Beginn sollte ich mich im Laden etwas umschauen, was an sich nichts negatives ist. Desweiteren wurden mir ständig Internet-Bestellungen in die Hand gedrückt, die ich dann aus dem Sortiment raussuchen musste. Diese Aufgabe fand ich sehr sinnvoll, weil ich mich so im Laden zurecht finden konnte. Als eine Buchausstellung geplant werden musste, durfte ich jegliche Bücher für eine Rechnung scannen und darauf wurde ich dann erstmal beschränkt. In dieser Zeit durfte ich nicht einmal fünf Minuten aufstehen, um Postkarten in einen Ständer zu sortieren. Gegen Ende November – da war ich dort zwei Wochen beschäftigt – ging dann das Weihnachtsgeschäft los. Da hieß es für mich: Bücher als Geschenk einpacken. Doch genau darauf wurde ich beschränkt. Klar, in der Weihnachtszeit gibt es viel einzupacken, aber sich sagen zu lassen, man solle Geschenke einpacken und nicht Kunden bedienen fand ich schon happig. Schließlich dient ein solches Praktikum doch dazu, den Beruf kennenzulernen. Ebendiese Phrase durfte ich mir öfter anhören; „Hör auf Kunden zu bedienen“. Mir wurde in Buchhandlung 2 wirklich jeder Kundenkontakt untersagt. Sobald ein Kunde zu mir kam und mich nach einem Buch fragte, stand sofort jemand neben mir und hat den Kunden mit sich genommen. Ich hatte nicht mal die Chance bekommen, es zu versuchen. Wie soll ich es dann lernen? In Buchhandlung 1 hätte man mich mit dem Todesblick gestraft, wenn ich nicht von mir aus zu einem Kunden gegangen wäre und zumindest versucht hätte zu helfen. Nachdem mir ins Gesicht gesagt worden ist, ich sei dort, um Geschenke einzupacken, habe ich nachgegeben. Ich hatte den starken Willen, die Zeit bis zum Jahresende dort zu verbringen, aber die Stricke sind gerissen.

Nach diesem Vorfall bin ich für den Rest des Jahres wieder zu Buchhandlung 1 gegangen.

Ich muss ehrlich gestehen, dass ich überrascht war, wie unterschiedlich Buchhandlungen sein können. Aber so konnte ich Erfahrungen sammeln und mich weiterentwickeln. Es hat mir gezeigt, dass man nur die richtigen Menschen braucht, um sich wohl zu fühlen und ich freue mich, dass ich mein Hobby zum Beruf machen kann.

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